Tram Memorial
Im Rahmen der Sanierung der Bahnhofstrasse in Luzern kamen Teile der ehemaligen Tramschienen zum Vorschein. Einige Abschnitte wurden stehen gelassen und als Erinnerung an die Luzerner Tramgeschichte erhalten. Wir durften im Auftrag der Stadt Luzern in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv im Frühsommer 2026 die Vermittlung vor Ort realisieren.
Von 1899 bis 1961 prägte das Tram das Stadtbild und den öffentlichen Verkehr. Heute erinnern die erhaltenen Schienen an diese Zeit und an ein Stück Luzerner Stadtgeschichte.

«Wer kein Tram hat, ist ein Kaff!» – Städtischer Zeitgeist um 1900

Luzerns Tram 1899–1961
Die elektrische Strassenbahn nahm 1899 den Betrieb auf. Das Netz erreichte 1913 mit 11 km seine grösste Ausdehnung. Es existierten zwei Linien zwischen Kriens und Maihof sowie Emmenbrücke und Halde. Ab 1930 wurde das Tram schrittweise durch Trolley- und Autobusse ersetzt. 1961 fuhr das letzte Tram.
Die ersten Tramwagen waren rund 7 m lang und 2 m breit und boten 16 Sitz- sowie einige Stehplätze. 1899 kostete eine Fahrt 15 Rappen, was sich nicht alle leisten konnten. Arbeitnehmende mit maximal 5 Franken Tageslohn zahlten die Hälfte.

Eine Aufnahme des Verkehrs an der Bahnhofstrasse im Jahr 1957.

Bevor die Bahnhofstrasse saniert wurde, waren an wenigen Stellen kurze Tramgleisstücke im Bodenbelag zu sehen.

Die sanierte Bahnhofstrasse im Juli 2026.
Abb. 1: Stadtarchiv Luzern, Bahnhofstrasse Luzern um 1905.
Abb. 2: Jürg Stadelmann, Sanierungsarbeiten an der Bahnhofstrasse in Luzern, 2026.
Abb. 3: Stadtarchiv Luzern, Tram in der Bahnhofstrasse um 1900.
Abb. 4: Stadtarchiv Luzern, Bahnhofstrasse Luzern, 1957.
Abb. 5: Jürg Stadelmann, Bahnhofstrasse mit Tramgleisstücken in Luzern, 2025.
Abb. 6: Jürg Stadelmann, Sanierte Bahnhofstrasse Luzern im Juli 2026.
