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Grosslager Büren an der Aare

Büren an der Aare ist ein europäischer Erinnerungsort an Tausende vor Krieg und Terror zwischen 1933 und 1946 geflüchtete Schutzsuchende. Was ist heute vor Ort noch ersichtlich?

In Büren an der Aare wurden während der 1930er und 1940er Jahre Terror- und Kriegsflüchtlinge interniert.

Das «Polenlager» 1940-1942: um die Baracken angepflanzt für die «Anbauschlacht».
Appell: Polen stehen vor den Baracken, Schweizer kontrollieren, vereinzelte Schweizer Zuschauer im Vordergrund.
Eine weibliche Delegation eines Schweizer Hilfswerkes inspiziert das Lager.
Handskizze des Lagers für 6000 Personen aus dem Tagebuch des Wachtkommandanten Francois Lombard vom Herbst 1940.
Flugaufnahme vom 9. Mai 1942. Die Polen sind ausgezogen, einige Baracken abgebrochen. Weiterhin dominiert der Wachtturm das mit Stacheldraht eingegrenzte Territorium. In dieses Lager kamen die jüdischen Flüchtlinge.

Die sechs Phasen des Büren-Grosslagers, von Juli 1940 bis August 1946:

  • «Polenzeit»: Juli 1940 bis März 1942
  • Terrorflüchtlinge: September 1942 bis Februar 1943
  • Elsässer: Februar 1943 bis Oktober 1943
  • «Italienerzeit»: Oktober 1943 bis März 1945
  • Kriegsflüchtlinge: März 1945 bis Juli 1945
  • «Russenzeit»: Mai 1945 bis August 1946
Jürg Stadelmann hat zusammen mit Selina Krause 1999 die Publikation «Concentrationslager» Büren an der Aare 1940-1946. Das grösste Flüchtlingslager der Schweiz im Zweiten Weltkrieg geschrieben.
2000 wurde auf Initiative der Heimatpflege Büren an der Aare im «Häftli» ein Erinnerungsstein aufgestellt.
Tafel auf dem Erinnerungsstein
Gleichzeitig wurde in Oberbüren ein Erinnerungsstein an das Spitallager errichtet.
Das einzige bauliche Zeitzeugnis an das grösste für 6’000 fremde Soldaten in Büren an der Aare 1940 gebaute und am längsten genutzte Lager in der Schweiz – während sechs Jahren auch für Zivilpersonen – ist die ehemalige Wäscherei mit dem von weither sichtbaren baufälligen Kamin.
Zerfall der letzten Zeitzeugnisse: Seit 2016 gibt es das ehemalige Schweizer Wachtlokal rechts beim Baum nicht mehr.

Weitere Unterlagen zu Büren an der Aare:

Bildnachweise

Abb. 1: Privatarchiv Stadelmann, Flugaufnahme vom 9.5.1942, Büren an der Aare.

Abb. 2-14: Privatarchiv Stadelmann.